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Bibliographieren: Bücher

Die regionale, nationale und internationale Vernetzung wissenschaftlicher Bibliotheken ermöglicht heute eine relativ vollständige Erfassung aller Buchpublikationen zu einem in der Literaturwissenschaft relevanten Thema. Man wird Primär- und Sekundärliteratur zur deutschen Literatur in erster Linie in deutschen Bibliotheken suchen. Es empfiehlt sich, zunächst in der Deutschen Bibliothek nachzusehen, der Nationalbibliothek, die seit 1913 für das Sammeln, Erschließen und bibliographische Verzeichnen deutschsprachiger Literatur zuständig ist. Aufgrund der ehemaligen Teilung Deutschlands besitzt die Deutsche Bibliothek zwei Standorte, die Deutsche Bücherei Leipzig (gegründet 1912) und die Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main (gegründet 1947) (Genauere Informationen zum Bestand und zur Arbeitsteilung bietet die Homepage der Deutschen Bibliothek („Wir über uns“)). Beide Standorte, Leipzig und Frankfurt, sind getrennt zugänglich, in der Regel wird man allerdings direkt in der

zentralen Datenbank der Deutschen Bibliothek .

nachsehen, die die Bestände der beiden Standorte virtuell vereint. Man sollte sich zu Beginn mit der Suchmaske dieser Datenbank vertraut machen, um zu optimalen Ergebnissen zu kommen.

Beispiel 4

Die Suchmaske bietet vielfältige Möglichkeiten der sachbezogenen und chronologischen Einschränkung und Verfeinerung der Nachfrage.

Zur Ergänzung und möglichen Vervollständigung der Ergebnisse in Deutschland lohnt es sich, darüber hinaus bei einem der großen virtuellen Verbünde nachzufragen, zu denen sich die wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland zusammen­geschlossen haben. Der

GBV (Gemeinsamer Bibliotheksverbund)

etwa umfasst die wissenschaftlichen Bibliotheken der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Es ist wahrscheinlich, dass eine Nachfrage im Detail Ergebnisse erbringt, die über das Resultat einer Suche in der Deutschen Bibliothek hinausgehen. Verbindet man diese beiden Nachfragen, wird man einen relativ vollständigen Bestand an Literatur in Deutschland erfasst haben.

Es gibt allerdings nicht nur den GBV. Die Universitätsbibliothek Augsburg bietet eine Übersicht über wichtige virtuelle Bibliotheksverbünde in Deutschland, die alle Alternativen auflistet und knapp beschreibt:

Übersicht: Bibliotheksverbünde in Deutschland.

Will man über die Ländergrenzen hinweg suchen, empfiehlt sich der wohl bekannteste virtuelle Katalog Deutschlands, den die Universitätsbibliothek der Universität Karlsruhe beheimatet. Es handelt sich um so etwas wie eine virtuelle Meta-Bibliothek: Man kann hier nicht nur bei den wichtigsten Bibliotheksverbünden Deutschlands nachsehen, sondern auch in jeweils fünf Bibliotheken Österreichs und der Schweiz und weltweit in insgesamt 18 Bibliotheken des nicht deutschsprachigen Auslands:

KVK (Karlsruher Virtueller Katalog) .

 

© 2005 Willi Benning, Fachbereich für deutsche Sprache und Literatur, Universität Athen
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